Das Jugendamt hilft dir kostenlos, Unterhalt vom anderen Elternteil durchzusetzen — ohne Anwalt, ohne versteckte Gebühren. Die Beistandschaft ist deine Lösung, wenn der Unterhaltsverpflichtete zahlt oder sperrt: Das Jugendamt wird aktiv, mahnt an, klagt notfalls und setzt dein Recht durch.

Hier erfährst du exakt, welche Voraussetzungen du erfüllst, wie der Antrag funktioniert und was dich die Begleitung kostet.

Was ist Beistandschaft beim Jugendamt?

Die Beistandschaft ist eine kostenloses Hilfsangebot des Jugendamts für Eltern, die Unterhalt für ihr Kind durchsetzen wollen. Das Jugendamt wird dein gesetzlicher Vertreter (§ 1712 BGB) — ohne dass du dafür zahlst. Es kümmert sich um alles: Unterhaltsregelung, Geltendmachung, Vollstreckung.

Du bleibst selbst der Anspruchsinhaber. Das Jugendamt handelt nur in deinem Auftrag.

Was ist Beistandschaft beim Jugendamt?

Voraussetzungen für die Beistandschaft Jugendamt Unterhalt

Nicht jeder bekommt sofort eine Beistandschaft. Das Jugendamt prüft, ob deine Situation passt.

Das brauchst du:

Das ist KEIN Ausschlusskriterium:

Voraussetzungen für die Beistandschaft Jugendamt Unterhalt

Schritt-für-Schritt: So beantragst du Beistandschaft beim Jugendamt

Der Antrag ist einfach. Du brauchst keinen Termin bei einem Anwalt und keine teure Vorbereitung.

  1. Kontakt aufnehmen — Ruf dein zuständiges Jugendamt an (Stadt/Landkreis-Suche auf www.familienportal.de) oder vereinbare einen Termin online
  2. Termin wahrnehmen — Bringe folgende Unterlagen mit: Geburtsurkunde des Kindes, Ausweis, aktuelle Adresse des anderen Elternteils (wenn bekannt), bestehende Unterhaltsregelungen oder Urteile
  3. Erklärung abgeben — Du erkärst schriftlich, dass das Jugendamt die Beistandschaft übernehmen soll (§ 1712 Abs. 1 BGB). Das ist eine einfache Vollmacht, keine komplexe Erklärung
  4. Bestätigung erhalten — Das Jugendamt bestätigt schriftlich, dass die Beistandschaft ab sofort läuft
  5. Aktive Begleitung starten — Das Amt prüft, ob ein Unterhaltstitel existiert. Falls nicht, leitet es Unterhaltsverhandlungen ein oder klagt, wenn nötig

Dauer bis zur Bearbeitung: 2–4 Wochen im Normalfall. Manche Ämter sind schneller, manche brauchen länger — frag nach!

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Was kostet die Beistandschaft? Gebühren und versteckte Kosten 2026

Das ist das Beste: Die Beistandschaft kostet dich nichts. Keine Gebühren, keine Provisionen, keine versteckten Kosten.

Wer zahlt die Unterhaltsvorschuss-Gebühr?

Wenn das Kind Unterhaltsvorschuss bekommt (weil der Vater/die Mutter nicht zahlt), fallen dafür € 0,00 für dich an — das ist staatlich finanziert. Die Gebühr für die Rückforderung vom Unterhaltsverpflichteten zahlt dieser selbst.

Wann brauchst du zusätzlich einen Anwalt?

Das Jugendamt reicht in 90 % der Fälle aus. Zusätzliche Anwaltskosten entstehen nur, wenn:

Für Familienrechtsschutz gibt es spezialisierte Versicherungen, die diese Kosten übernehmen.

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Die Beistandschaft im Detail: Das macht das Jugendamt konkret

Das Jugendamt ist jetzt dein Partner. Das solltest du wissen:

Phase 1: Ermittlung (erste 2–6 Wochen)

Phase 2: Verhandlung (6–12 Wochen)

Phase 3: Klage (wenn nötig, ab Woche 12)

Phase 4: Laufende Begleitung

Unterhaltshöhe 2026: Was dein Kind bekommt

Die Unterhaltshöhe richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle 2026. Das ist eine bundesweite Richtlinie, die das Jugendamt anwendet.

Düsseldorfer Tabelle 2026 (monatlich, ab Einkommen des Verpflichteten)

Hinweis: Das ist die Mindestunterhaltsberechnung. Das Jugendamt berücksichtigt das konkrete Einkommen des Verpflichteten und prüft Abzüge (Unterhalt für andere Kinder, Schulden).

Selbstbehalt des Unterhaltsverpflichteten 2026

Der andere Elternteil muss also mindestens € 1.270 netto haben, um überhaupt zur Unterhaltszahlung verpflichtet zu sein.

Unterhaltsvorschuss bei fehlender Zahlung: Die Sicherung

Wenn der andere Elternteil trotz Unterhaltstitel nicht zahlt, gibt es die Unterhaltsvorschussleistung (§ 1710 SGB VIII).

Wer bekommt Unterhaltsvorschuss?

Unterhaltsvorschuss-Beträge 2026

Wichtig:

Der Unterhaltsvorschuss läuft parallel zur Beistandschaft. Das Jugendamt fordert das Geld vom Verpflichteten zurück — du bekommst es trotzdem regelmäßig ausgezahlt. Die Rückforderung läuft im Hintergrund.

Maximal 72 Monate (6 Jahre) in Folge. Bei älteren Kindern oder bestimmten Fällen anders geregelt.

Beendigung der Beistandschaft: Wann und wie

Die Beistandschaft endet automatisch oder auf Antrag.

Automatisches Ende

Auf deinen Antrag hin

Der Antrag

Schriftlicher Antrag beim Jugendamt: “Ich beende die Beistandschaft zum [Datum].” Das war’s — keine Frist, keine Strafe. Das Amt bestätigt die Beendigung schriftlich.

Tipps für erfolgreiche Beistandschaft: Das solltest du tun

Mit diesen Schritten erhöhst du die Chancen, dass dein Kind schnell und vollständig den Unterhalt bekommt.

Vorbereitung

Während der Begleitung

Bei Schwierigkeiten

Beistandschaft und Sorgerecht: Das musst du wissen

Ein häufiges Missverständnis: Beistandschaft ist nicht dasselbe wie Sorgerecht.

Beistandschaft = nur Unterhalt

Das Jugendamt kümmert sich ausschließlich darum, dass der Unterhalt gezahlt wird. Es hat kein Mitspracherecht bei Erziehung, Schulwahl, Gesundheitsentscheidungen oder Besuchszeiten.

Sorgerecht = alles andere

Wer das Sorgerecht hat (du oder gemeinsam mit dem anderen Elternteil), entscheidet über Wohnort, Schule, Gesundheit usw. Das ist unabhängig von der Beistandschaft.

Kombination möglich

Tipp: Wenn du Sorgerecht klären musst, ist das eine separate Angelegenheit. Das Jugendamt berät auch dazu, empfiehlt dir aber einen Familienanwalt für diese Frage.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen brauchst du für Beistandschaft Jugendamt Unterhalt?

Du brauchst ein Kind unter 18 Jahren, das Unterhaltsanspruch hat, Wohnort in Deutschland und einen unterhaltsverpflichteten anderen Elternteil. Einkommen, Status oder bisheriger Kontakt zum Amt spielen keine Rolle. Der Antrag ist kostenlos.

Was kostet die Beistandschaft beim Jugendamt?

Die Beistandschaft kostet null Euro. Keine Gebühren, keine versteckten Kosten. Das Jugendamt finanziert sich aus Steuermitteln. Bei einer Unterhaltsvereinbarung fallen maximal € 50–100 für die Beurkundung an, aber auch das trägt der andere Elternteil bei Erfolg.

Wie lange dauert es, bis das Jugendamt den Unterhalt durchsetzt?

Ermittlung und Verhandlung: 2–12 Wochen. Wenn der andere Elternteil freiwillig zahlt, ist es erledigt. Bei Klage kommt das Gerichtsverfahren dazu: weitere 3–6 Monate. Insgesamt: realistische 4–9 Monate bis zur ersten Zahlung.

Kann das Jugendamt mein Kind vor Gericht vertreten?

Ja, das Jugendamt klagt im Namen deines Kindes auf Unterhalt — und trägt die Gerichtskosten selbst. Du zahlst nichts dafür. Das ist ein Riesenvorteil gegenüber privater Klage.

Bekomme ich Unterhaltsvorschuss zusätzlich zur Beistandschaft?

Ja, sie laufen parallel. Du kannst Unterhaltsvorschuss beantragen (€ 460–660 monatlich je nach Alter), während das Jugendamt im Hintergrund Rückforderungen vom Verpflichteten läuft. Das Geld fließt zu dir, das Amt regelt die Rückforderung.

Was passiert, wenn der andere Elternteil seine Adresse wechselt?

Das Jugendamt hat Zugriff auf Meldebehörden und Arbeitgeberanfragen. Melde einen Adresswechsel sofort dem Amt — es wird die neue Adresse recherchieren und die Unterhaltsklage fortsetzen. Das ist ein alltäglicher Fall für das Amt.

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