Unterhaltsleistungen mindern dein Bürgergeld — oft bis zur Unkenntlichkeit. Du musst verstehen, welche Zahlungen das Jobcenter anrechnet und wie du trotzdem deine maximale Leistung erhältst, ohne unter die Räder zu kommen. Diese Anleitung zeigt dir exakt, wie Unterhalt bei Bürgergeld berechnet wird und wo du Geld sparen kannst.
⚠️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen
Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für deine konkrete Situation empfehlen wir
eine Beratung durch einen zugelassenen Rechtsanwalt für Familienrecht.
Wie wird Unterhalt bei Bürgergeld angerechnet?
Das Jobcenter rechnet jeden Euro Unterhalt, den du erhältst, auf dein Bürgergeld an — mit drei wichtigen Ausnahmen. Das bedeutet: Wenn dein Kind dir 500 € Kindesunterhalt zahlt, sinkt dein Bürgergeld um diese 500 €.
Die Anrechnung funktioniert so:
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- Kindesunterhalt: Wird vollständig angerechnet. 500 € Unterhalt = 500 € weniger Bürgergeld
- Ehegattenunterhalt: Wird vollständig angerechnet
- Unterhaltsvorschuss (§ 8 UVG): Die ersten 100 € pro Monat sind anrechnungsfrei — nur der Betrag darüber wird angerechnet
- Unterhaltsleistungen für Kinder unter 21 Jahren: Erste 200 € monatlich bleiben unberücksichtigt, danach wird alles angerechnet
Die Freibeträge sind eine wichtige Lücke: Wenn dein Kind dir 250 € Unterhalt zahlt und du bist unter 21, zählen nur 50 € als Einkommen. Das ist dein Spielraum — nutze ihn.

Welche Unterhaltsarten sind anrechnungsfrei?
Es gibt einzelne Unterhaltsleistungen, die nicht angerechnet werden. Diese sind gesetzlich geschützt (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 SGB II).
- Unterhaltsleistungen an Kinder unter 7 Jahren: Vollständig anrechnungsfrei, wenn sie an dein Kind gehen (nicht an dein Konto)
- Unterhaltsleistungen nach Familienförderung (z.B. BAföG, Kindergeld): Wenn der Unterhalt gezielt für Ausbildung gedacht ist, kann es zu Besonderheiten kommen
- Freiwillige zusätzliche Leistungen: Sportkurs, Musikunterricht o.ä., die nicht als Lebensunterhalt zählen — diese sollten schriftlich im Unterhaltsvertrag oder der Vereinbarung festgehalten sein
Die kritische Frage: Wer ist der Empfänger? Geht der Unterhalt direkt an dein Kind oder an dein Bankkonto? Das Jobcenter unterscheidet hier streng. Zahlungen, die direkt für das Kind bestimmt sind (z.B. Schulgebühren), können als anrechnungsfrei behandelt werden.

Bürgergeld-Freibeträge bei Unterhalt — das sind deine Chancen
Das Jobcenter muss dir bestimmte Freibeträge einräumen, bevor es Unterhalt anrechnet. Das ist kein Geschenk — das ist dein Recht. Hier sind die aktuellen Sätze (2024/2025):
| Art des Unterhalts | Monatlicher Freibetrag | Was darüber hinaus zählt |
| Unterhaltsvorschuss | 100 € | Rest wird angerechnet |
| Unterhalt an Kinder unter 21 | 200 € | Rest wird angerechnet |
| Kindesunterhalt (allgemein) | keine | Vollständig angerechnet |
| Ehegattenunterhalt | keine | Vollständig angerechnet |
Praktisches Beispiel: Du bekommst monatlich 320 € Unterhaltsvorschuss für dein Kind. Das Jobcenter rechnet so:
- Freibetrag: 100 € (anrechnungsfrei)
- Anzurechnender Betrag: 320 € − 100 € = 220 €
- Dein Bürgergeld sinkt um 220 €, nicht um 320 €
Das sind 100 € mehr, die du behältst — monatlich, 12 Monate im Jahr. 1.200 € jährlich, nur weil du die Regel kennst.
Was du dem Jobcenter mitteilen musst — wichtige Regeln
Das Jobcenter verlangt vollständige Offenlegung all deiner Unterhaltsleistungen. Falschangaben führen zu Rückforderungen und Sperrungen — deshalb spielen Sie nicht mit offenen Karten allein.
Deine Mitteilungspflicht:
- Du erhältst erstmals Unterhalt: Unverzüglich (innerhalb 7 Tage) dem Jobcenter mitteilen
- Unterhaltsleistung ändert sich: Innerhalb 30 Tage melden (§ 60 Abs. 1 Nr. 1 SGB I)
- Unterhalt stoppt: Sofort dem Jobcenter mitteilen
Was du einreichen musst:
- Unterhaltsvereinbarung oder Unterhaltstitel (gerichtliche Entscheidung)
- Kontoauszüge oder Überweisungsnachweise (letzte 3 Monate)
- Selbstschuldnerische Auskunft des Unterhaltsschuldners (kannst du vom Ex fordern)
Wichtig: Wenn du schwarz Geld erhältst (Bar-Zahlungen ohne Nachweis), wird das Jobcenter danach fragen. Es gibt kein legales Verstecken — aber: Zahlungen, die dokumentiert nicht nachweisbar sind, können auch nicht angerechnet werden. Das ist eine Grauzone, die dich aber in Strafgefahrbringt, wenn es rauskommt. Dokumentiere alles korrekt.
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⚖️ Amtliche Quellen & Gesetzestexte
- § 1601 BGB – Unterhaltsverpflichtete – Wer ist unterhaltspflichtig
- § 1610 BGB – Maß des Unterhalts – Berechnung des Unterhalts
- Düsseldorfer Tabelle (BMJV) – Aktuelle Unterhaltstabelle