Bei einer Scheidung geht es nicht nur um Geld und Kinder – auch eure gemeinsamen Möbel, Geschirr und Elektrogeräte müssen aufgeteilt werden. Die Hausrat Aufteilung regelt, wer welche Gegenstände aus der gemeinsamen Wohnung erhält und kann erhebliche Vermögenswerte betreffen. Mit dem richtigen Know-how kannst du selbst festlegen, was dir gehört, ohne dich von emotionalen Diskussionen unter Druck setzen zu lassen.

Hausrat Aufteilung Scheidung: Die rechtliche Basis

Die Aufteilung des Hausrats ist in § 1568a BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt und folgt klaren Prinzipien. Im Gegensatz zum Vermögen oder der Immobilie greift hier nicht automatisch die Zugewinnausgleichsregelung, sondern das Prinzip der gerechten Aufteilung.

Das Gesetz sieht zwei Szenarien vor:

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Das Gericht kann die Aufteilung auch nicht gerichtlich regeln lassen – viele Paare einigen sich selbst, was zeit- und kostensparend ist.

Hausrat Aufteilung Scheidung: Die rechtliche Basis

Was zählt zum Hausrat? Konkrete Beispiele

Hausrat sind alle beweglichen Sachen, die zur Haushaltführung dienen. Das ist breiter als viele denken:

NICHT zum Hausrat zählt: Schmuck, Kunstwerke, Sammlungen (werden wie persönliches Eigentum behandelt), Fahrzeuge (eigenes Vermögen), berufliche Ausrüstung.

Was zählt zum Hausrat? Konkrete Beispiele

Antrag auf Hausrat Aufteilung Scheidung: So funktioniert es

Du hast drei Möglichkeiten, die Hausrat Aufteilung zu regeln:

1. Einvernehmliche Einigung (empfohlen)

Mit deinem Partner sprecht ihr euch direkt ab, wer welche Gegenstände erhält. Ihr könnt das protokollieren (keine Unterschrift nötig, aber hilfreich) oder in den Scheidungsfolgenvereinbarung oder Ehescheidungsvereinbarung aufnehmen. Das ist:

2. Familiengerichtlicher Antrag (§ 1568a Abs. 1 BGB)

Wenn ihr euch nicht einigt, reicht einer von euch beim Amtsgericht (Familiengericht) einen Antrag auf Hausrat Aufteilung ein. Das geht:

Der Antrag enthält:

  1. Namen und Adressen beider Parteien
  2. Konkrete Gegenstände und deren grobe Wertsumme
  3. Deine Begründung, warum du diese Gegenstände brauchst (z.B. Kinder, Beruf, Beschaffung vor der Ehe)
  4. Ggf. Fotos oder Rechnungen als Beweis des Kaufdatums

3. Notarielle Beurkundung (für Rechtssicherheit)

Ihr könnt eure Einigung auch notariell beurkunden lassen (kostet ca. 100–300 €). Das ist sinnvoll bei hohen Vermögenswerten oder wenn ihr misstraut.

Voraussetzungen für Hausrat Aufteilung Scheidung erfüllen

Das Gericht prüft bei einer Hausrat Aufteilung Scheidung folgende Voraussetzungen:

Faustregel: Wer kann nachweisen, dass er den Gegenstand VOR der Ehe gekauft hat oder dass es ein Erbstück ist? Diese Person kann es behalten. Alles andere wird fair aufgeteilt.

Wie das Gericht über Hausrat entscheidet

Falls ihr euch nicht einigt und es vor Gericht geht, folgt das Familiengericht diesem Ablauf:

Phase 1: Beweisaufnahme

Jede Seite muss beweisen, wann und von wem ein Gegenstand gekauft wurde. Hilfreich sind:

Phase 2: Abwägung der Interessen

Das Gericht berücksichtigt:

Phase 3: Entscheidung

Das Gericht spricht einzelne Gegenstände der einen oder anderen Partei zu. Bei großen Wertunterschieden kann es auch Ausgleichszahlungen anordnen (z.B.: Du bekommst das Sofa im Wert von €2.000, ich erhalte die Küche im Wert von €1.500 – du zahlst mir €250).

Zeitrahmen: Ein solches Verfahren dauert 3–8 Monate, je nach Gericht und Komplexität.

Praktische Tipps: So bereitest du dich vor

Folgende Schritte erleichtern dir die Hausrat Aufteilung erheblich:

Schritt 1: Inventar erstellen

Fotografiere oder liste alle wichtigen Gegenstände auf. Nutze dein Handy und halte fest: