Ein Scheidung Kosten Rechner zeigt dir in Sekunden, mit welchen finanziellen Belastungen du rechnen musst — nicht irgendwann, sondern konkret für deine Situation. Die meisten Trennungswilligen unterschätzen die Ausgaben um 30–50 %, weil sie nicht wissen, welche Positionen in die Gerichtsgebühren fließen und wie Anwaltshonorar wirklich funktioniert.
⚠️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen
Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für deine konkrete Situation empfehlen wir
eine Beratung durch einen zugelassenen Rechtsanwalt für Familienrecht.
Wie funktioniert ein Scheidung Kosten Rechner wirklich?
Ein Scheidung Kosten Rechner ist kein Zaubertool — es ist eine strukturierte Kalkulation, die auf gesetzlichen Sätzen basiert. Er berücksichtigt drei Komponenten:
- Gerichtsgebühren (§ 34 FamGKG 2026): Berechnet nach dem Nettoeinkommen der Ehepartner
- Anwaltskosten (§ 13 RVG 2026): Gestaffelt nach Streitwert
- Verfahrenskostenersatz: Wer trägt am Ende die Kosten?
Der entscheidende Punkt: Der Streitwert ist die Basis aller Berechnungen. Beim Streitwert geht es nicht um die Höhe der Unterhaltsansprüche oder des Vermögens, sondern um das jährliche Nettoeinkommen beider Partner × 3–5 (je nach Umstand).
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Beispiel: Partner A verdient netto 2.500 €, Partner B 1.800 € → Streitwert oft 13.000–21.500 € → Daraus ergeben sich die Gerichtsgebühren.
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Gerichtsgebühren 2026: Das kostet die Scheidung vor Gericht
Die Gerichtsgebühren werden vom Amtsgericht berechnet und sind nicht frei verhandelbar. Im Jahr 2026 gelten folgende Sätze nach dem Familiengerichtsgebührengesetz (FamGKG):
- Gerichtsgebühr für Scheidungsantrag: 1,0 × Streitwert
- Gerichtsgebühr für Gegenantrag: 1,0 × Streitwert (falls Partner auch Scheidung beantragt)
- Zusatzgebühren für Nebenfragen: +0,2 × Streitwert je Thema (Unterhalt, Sorgerecht, Vermögensauseinandersetzung)
Konkrete Beispiele (2026):
- Ehegatten mit Nettoeinkommen 2.500 € + 2.000 € → Streitwert ≈ 13.500 € → Gerichtsgebühren ca. 405–540 € (ohne Nebenfragen)
- Ehegatten mit Nettoeinkommen 4.000 € + 3.500 € → Streitwert ≈ 22.500 € → Gerichtsgebühren ca. 675–900 €
- Mit Unterhaltsstreit hinzu: +0,2 × Streitwert = zusätzlich 270–450 €
Wichtig: Die Gebühren müssen meist zuerst von der antragstellenden Person bezahlt werden — zur Deckung kommen sie erst am Ende des Verfahrens.

Anwaltskosten richtig berechnen: RVG-Gebühren 2026
Das Rechtsanwaltsgebührengesetz (RVG) regelt, was dein Anwalt kosten darf. Es gibt drei Gebührenmodelle:
1. Gebührenrahmen (Standard):
Der Anwalt berechnet nach dem Streitwert. Für Scheidung liegt die Grundgebühr bei 0,8–1,6 × Gebührensatz. Der Gebührensatz 2026 beträgt 47 € pro angefangene 500 € Streitwert.
Beispiel Berechnung:
- Streitwert 13.500 € → 27 × 47 € = 1.269 €
- Mit Zahlungsgebühr (+0,6), Terminsgebühr (+0,5) = ca. 3.175 €–6.350 € Gesamthonorar je Anwalt
2. Vereinbarte Pauschalen:
Manche Kanzleien bieten Festpreise an: z.B. 1.200–2.000 € pauschale Scheidungsgebühr. Das ist oft günstiger, wenn die Scheidung unumstritten ist.
3. Kostenloser Rat:
Hast du Bürgergeld oder ein Einkommen unter 25.000 €/Jahr → Beratungshilfe nach § 1 BerHG. Du zahlst dann nur 10–15 € für eine Beratungsstunde.
Was oft vergessen wird: Beide Partner zahlen ihre eigenen Anwaltskosten initial. Am Ende des Verfahrens regelt das Gericht, wer die Kosten trägt. Bei einvernehmlicher Scheidung zahlt jeder seinen eigenen Anwalt.
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Nebenkosten, die in keinem Rechner stehen
Ein Scheidung Kosten Rechner zeigt die juristischen Gebühren — aber es gibt weitere Posten:
- Beglaubigung von Dokumenten: 10–50 € pro Dokument (Eheurkunde, Geburtsurkunden)
- Versand und Behördengänge: 50–150 € je nach Aufwand
- Kinder- und Familienmediation (optional, aber empfohlen): 150–300 € pro Sitzung, oft 3–5 Termine
- Sachverständigengutachten (bei Streit um Vermögensaufteilung): 800–3.000 €
- Steuerberatung für Vermögensauseinandersetzung: 300–600 €
- Makler für Immobilienverkauf (falls nötig): 3–6 % der Kaufsumme
Diese Posten summieren sich schnell auf 1.000–5.000 € zusätzlich — je nachdem wie umstritten die Scheidung ist.
Einvernehmliche vs. strittige Scheidung: Der Kostenunterschied
Der größte Hebel beim Scheidung Kosten Rechner ist die Frage: Einvernehmlich oder Rosenkrieg?
Einvernehmliche Scheidung:
- Gerichtsgebühren: 405–540 € (nur einfache Gebühr, kein Gegenantrag)
- Ein Anwalt reicht aus → ca. 1.200–2.000 €
- Keine Zusatzgebühren, keine Gutachter
- Gesamtbudget: 1.800–2.500 €
- Dauer: 3–4 Monate
Strittige Scheidung mit Unterhalts- und Vermögensstreit:
- Gerichtsgebühren: 1.000–1.500 € (beide Partner, Nebenfragen)
- Zwei Anwälte: 2 × 2.500–4.000 € = 5.000–8.000 €
- Eventuell Sachverständiger: +1.500–3.000 €
- Verhandlungsterminen, Nachschiebung: +500–1.500 €
- Gesamtbudget: 8.000–14.000 €
- Dauer: 12–24 Monate
Zahl: Jede strittige Nebenfrage (Unterhalt, Sorgerecht, Zugewinnausgleich) verlängert das Verfahren um durchschnittlich 4–6 Monate und kostet 2.000–3.000 € zusätzlich.
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Kostenersparnis: So nutz du den Rechner zur Planung
Ein guter Scheidung Kosten Rechner ist ein Planungstool, keine Endsumme. Nutze ihn strategisch:
- Szenario A durchrechnen: Einvernehmliche Scheidung mit Mediator statt Gerichtsstreit → Kostenersparnis oft 40–60 %
- Streitwert minimieren: Unterhalts- und Vermögensstreitfragen erst nach Scheidung klären? Das senkt den Streitwert und die Gebühren
- Rechtsschutzversicherung prüfen: Hast du eine private RS versichert? Manche Policen decken Familienrecht ab (Deckungssumme oft 100.000–250.000 €)
- Kostenlose Beratungstermine nutzen: Viele Anwälte bieten ein kostenloses Erstgespräch (20–30 min)
- Beratungshilfe beantragen: Einkommen unter 25.000 €? Kostenlose Rechtsberatung über dein Amtsgericht
Tipp: Lade den Gebührensatz-Auszug 2026 vom Amtsgericht deines Bezirks herunter — dort findest du die exakten lokalen Gebühren statt Durchschnittswerte.
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Wer trägt die Kosten am Ende?
Das ist die Frage, die am Ende zählt. Nach dem § 81 Abs. 1 FamFG (Familienverfahrensgesetz) trägt jeder Partner seine eigenen Kosten — es sei denn, das Gericht ordnet anders an:
- Bei einvernehmlicher Scheidung: Jeder zahlt seinen Anwalt (ist ja freiwillig)
- Bei strittigem Verfahren: Wer recht bekommt (z.B. bei Unterhaltsstreit), trägt nur seine Kosten. Der ‚Unterlegene’ trägt oft die gesamten Kosten
- Bei völlig einseitigen Anträgen (z.B. unbegründeter Unterhaltsanspruch): Der Antragsteller zahlt die Verfahrenskosten
Wichtig: Das Gericht schätzt die Kosten am Ende ab — es gibt selten 100 %ige Kostenerstattung. Rechne mit 60–80 % Erstattung des realen Anwaltskosten.
Scheidung Kosten Rechner Online: Wo du seriöse Tools findest
Es gibt verschiedene Scheidung Kosten Rechner online:
Amtliche Tools:
- Gebührenrechner der Bundesrechtsanwaltskammer: www.brak.de → Tabellen für RVG-Gebühren 2026
- Dein Amtsgericht: Alle lokalen Gerichte haben Gebührenübersichten (nicht online, aber telefonisch)
Anwaltsseiten:
- Viele Scheidungsanwälte bieten kostenlose Online-Kalkulatoren (aber: eigenen Gebührenrahmen beachten)
Kritik an vielen Rechnern:
- Sie berücksichtigen nicht die lokalen Gebührenschwankungen
- Sie ignorieren Nebenkosten (Gutachter, Mediation, Behördengänge)
- Sie rechnen mit Durchschnittswerten statt Einzelfallstudium
Faustregel: Ein Online-Rechner gibt dir eine Orientierung ±20 %. Für exakte Zahlen brauchst du ein Gespräch mit einem Anwalt vor Ort.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Scheidung 2026 ohne Streit?
Eine einvernehmliche Scheidung kostet 2026 zwischen 1.800–2.500 €. Gerichtsgebühren ca. 400–540 €, Anwaltshonorar (ein Anwalt) ca. 1.200–2.000 €. Beide Partner zahlen ihre Kosten selbst. Dauer: 3–4 Monate.
Wie berechnet sich der Streitwert für die Scheidungsgebühren?
Der Streitwert = 3–5× das monatliche Nettoeinkommen beider Partner zusammen (je nach Unterhaltsansprüchen). Mit 2.500 € + 1.800 € netto entsteht ein Streitwert von ca. 13.500 €. Dieser bestimmt alle Gebühren.
Kann ich einen kostenlosen Scheidung Kosten Rechner nutzen?
Ja, Amtliche Gebührenrechner sind kostenlos unter www.brak.de verfügbar. Viele Anwaltskanzleien bieten auch kostenlose Online-Kalkulatoren an. Für eine 100 %ige Berechnung brauchst du aber ein Gespräch mit deinem Anwalt vor Ort.
Zahle ich die Anwaltskosten sofort oder später?
Üblicherweise zahlst du deinen Anwalt selbst sofort (oder nach Rechnungsstellung). Am Ende des Verfahrens kann das Gericht anordnen, dass der andere Partner einen Teil deiner Kosten erstattet — meist aber nicht 100 %, sondern 60–80 %.
Gibt es finanzielle Hilfe für Scheidung bei wenig Geld?
Ja: Beratungshilfe (kostenlose Rechtsberatung ab unter 25.000 €/Jahr), Prozesskostenhilfe (PKH) für das Gerichtsverfahren, oder eine Rechtsschutzversicherung mit Familienrecht-Deckung. Prüfe deine Optionen beim Amtsgericht.
Was kostet eine strittige Scheidung mit Unterhalt und Sorgerecht?
Eine strittige Scheidung mit Unterhalts- und Sorgerechtsstreit kostet 2026 durchschnittlich 8.000–14.000 €. Das umfasst Gerichtsgebühren (1.000–1.500 €), zwei Anwälte (5.000–8.000 €), eventuelle Gutachter (1.500–3.000 €). Dauer: 12–24 Monate.