Du brauchst einen Überblick, nicht falsche Hoffnungen: Eine Scheidung einzureichen ist ein klarer, regelbarer Prozess, den du mit den richtigen Informationen selbst steuern kannst. Die meisten Menschen unterschätzen, wie wichtig die Vorbereitung ist — genau hier setzt dieser Leitfaden an.

Scheidung einreichen: Die 6 Schritte im Überblick

Der Ablauf ist bundesweit gleich und läuft nach § 1564 BGB ab. Hier sind die konkreten Stationen:

  1. Trennungsjahr einhalten: Du und dein Partner müssen mindestens 1 Jahr räumlich und emotional getrennt leben (§ 1566 BGB). Erst dann kannst du Scheidung einreichen.
  2. Anwalt beauftragen: Jede Scheidung benötigt mindestens einen Anwalt (Anwaltszwang). Die Gebühren orientieren sich am Streitwert (Nettoeinkommen + Vermögen).
  3. Scheidungsantrag beim Gericht einreichen: Dein Anwalt reicht die Scheidungsklage beim Familiengericht ein.
  4. Zustellung an den Partner: Das Gericht versendet den Antrag an deinen Partner — dieser hat 2 Wochen Zeit zum Gegenantrag.
  5. Verhandlung: Der Richter verhandelt mit dir und deinem Partner, meist dauert das 1 bis 2 Stunden.
  6. Urteilsverkündung: Der Richter spricht das Scheidungsurteil — 4 bis 6 Wochen nach der Verhandlung.

Gesamtdauer von Antrag bis Urteil: 3 bis 6 Monate bei einvernehmlichen Scheidungen, bis zu 2 Jahre bei strittigen Verfahren.

Scheidung einreichen: Die 6 Schritte im Überblick

Was du vor dem Scheidungsantrag regeln solltest

Die meisten Menschen reichen die Scheidung ein, ohne vorher klar zu haben, was danach passiert. Das führt zu teuren Überraschungen. Kümmere dich vor der Einreichung um diese Punkte:

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Die Kosten beim Scheidung-Einreichen: Was musst du zahlen?

Transparenz statt Überraschungen — hier sind die echten Kosten:

Tipp: Prüfe, ob du Bürgergeld oder Beratungshilfe (Kostenbefreiung) bekommst. Alleinerziehende mit Einkommen unter € 1.200/Monat können kostenlose Rechtsberatung beantragen (§ 114 ZPO).

Der Anwalt: Wie du den richtigen findest

Nicht jeder Familienanwalt ist gleich. Worauf du achten solltest:

Rote Flaggen: Anwälte, die dir sofort Kampf versprechen oder vorab pauschal € 5.000 verlangen, arbeiten gegen deine Interessen. Gute Anwälte sind für Einigung offen.

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Einvernehmliche vs. strittige Scheidung: Das macht den Unterschied

Die Art deiner Scheidung bestimmt den ganzen Ablauf und die Kosten.

Einvernehmliche Scheidung (so geht es schneller):

Strittige Scheidung (das brauchst du nur, wenn wirklich nötig):

Was viele nicht wissen: Der Richter muss vor jeder Scheidung versuchen, euch zu einigen (§ 156 FamFG). Das erspart euch Zeit und Geld. Nutze das proaktiv.

Scheidungsantrag einreichen: Die Checkliste für dich

Damit du bei der Einreichung nichts vergisst — speichere dir diese Checkliste:

Fehlende Unterlagen verzögern die Verfahrensdauer um 2–4 Wochen. Besser einmal gründlich sammeln, als mehrfach nachreichen.

Nach dem Scheidungsurteil: Was passiert dann?

Das Urteil ist gesprochen — aber die Verwaltung geht noch weiter.

Wichtig: Die Scheidung ist nicht final, bis die Beschwwerde-Frist (2 Wochen) abgelaufen ist, wenn dein Partner nicht einverstanden war. Im strittigen Fall kann er Beschwerde einlegen — das kostet euch beide weitere Zeit und Geld.

Rechtsschutzversicherung: Lohnt sich das für dich?

Viele Menschen reichen Scheidung ein, ohne zu wissen, dass eine Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten komplett oder teilweise übernimmt. Das kann € 1.500–5.000 Unterschied machen.

Wann es sich lohnt:

Was übernimmt Familienrechtsschutz typisch:

Kosten der Versicherung: € 8–15/Monat für Familienrecht-Zusatzbaustein. Wartezeit meist 3 Monate — wichtig: Wenn du jetzt schon weißt, dass Scheidung kommt, sofort abschließen.

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Häufige Fehler beim Scheidung-Einreichen (und wie du sie vermeidest)

Menschen machen immer wieder die gleichen Fehler, die das Verfahren teuer und stressig machen. Hier sind die Top 5:

  1. Zu früh einreichen (vor dem Trennungsjahr): Das Gericht lehnt ab, die Anwaltskosten sind weg. Wirklich 12 Monate getrennt leben — dokumentier das mit Datum.
  2. Keine Einigung versuchen: Viele fahren sofort in den Streit. 90 % aller Ehescheidungen sind am Ende einvernehmlich — versuche es vorher mit Paartherapie oder Mediation (€ 1.500–3.000 Einsparung möglich).
  3. Falsche Anwaltwahl: Kampfanwälte versprechen dir den Mond, kassieren aber € 10.000+ und liefern kein besseres Ergebnis. Wähle einen Anwalt, der offen für Einigung ist.
  4. Unterhaltsansprüche nicht einordnen: Du weißt gar nicht, was dir zusteht? Das kostet dich direkt Geld. Eine Beratung kostet € 150–300, spart dir aber € 5.000+.
  5. Nach Urteil nicht aktiv handeln: Viele vergessen, Kindergeld umzumelden oder Steuerklasse zu ändern. Das ist gratis Geld, das du liegenlässt.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, eine Scheidung einzureichen und bis zum Urteil?

Eine einvernehmliche Scheidung dauert 2–4 Monate ab Antrag bis Urteil. Strittige Scheidungen dauern 12–24 Monate, manchmal länger. Die Trennungsfrist von 1 Jahr wird darin nicht mitgerechnet — die läuft parallel.

Brauche ich zwei Anwälte für eine Scheidung in Deutschland?

Nein, nicht unbedingt. Bei einvernehmlicher Scheidung reicht ein Anwalt aus — oft nur für den Antragsteller (dein Partner kann sich mitvertreten lassen oder verzichtet). Bei strittiger Scheidung brauchst du beide je einen eigenen Anwalt.

Welche Kosten fallen bei einer Scheidung an?

Einvernehmlich: € 1.000–2.500 insgesamt (beide Partner bezahlen zusammen). Streitig: € 5.000–20.000+. Die Gebühren richten sich nach RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und dem Streitwert (monatliches Nettoeinkommen × 3). Bürgergeldempfänger können Beratungshilfe beantragen (kostenlos).

Kann ich kostenlos Scheidung einreichen?

Ja, wenn du Bürgergeld bekommst oder dein Einkommen unter € 1.200/Monat liegt. Dann kannst du Beratungshilfe nach § 114 ZPO beantragen (kostenlose anwaltliche Beratung und Verfahren kostenlos). Der Antrag geht beim Familiengericht ein.

Was muss ich tun, bevor ich die Scheidung einreiche?

1. 1 Jahr trennen (räumlich und emotional, § 1566 BGB). 2. Alle Konten, Vermögen und Schulden dokumentieren. 3. Idealerweise: Mit deinem Partner eine Trennungsfolgenvereinbarung machen (spart Zeit und Geld). 4. Kindergeld und Unterhalt vorklären. 5. Einen Familienanwalt beauftragen. Danach: Antrag beim Familiengericht einreichen.

Gibt es einen Unterschied zwischen einvernehmlicher und strittiger Scheidung?

Ja, großer Unterschied. Einvernehmlich (ihr seid euch einig): 2–4 Monate, € 1.000–2.500, 1 Verhandlung, weniger Stress. Streitig (Uneinigkeit über Unterhalt, Sorgerecht, Vermögen): 12–24 Monate, € 5.000–20.000+, mehrere Verhandlungen. Gerichte versuchen zu vermitteln — nutze das (§ 156 FamFG).