Ich saß bei meinem Anwalt und starrte auf die Lebensversicherungspolice meines Ex — drei Seiten, die plötzlich wie eine Goldgrube aussahen. Mir war nie klar gewesen, dass da überhaupt was zu holen war, ehrlich gesagt hatte ich die Police seit Jahren nicht mehr angeschaut, und jetzt saß ich da mit einer Tasse Kaffee, der längst kalt geworden war, und fragte mich: Bekomme ich da wirklich einen Teil davon? Der Rückkaufswert, erklärte mein Anwalt dann, wird tatsächlich geteilt — aber nur wenn es nach den richtigen Regeln läuft.

Lebensversicherung bei Scheidung: Was gehört zum Zugewinnausgleich?

Der Zugewinnausgleich nach § 1363 ff. BGB — eheliches Güterrecht gilt automatisch, wenn Eheleute keinen anderen Ehevertrag geschlossen haben. Er stellt sicher, dass beide Ehegatten am während der Ehe erarbeiteten Vermögen gleich teilhaben.

Für die Lebensversicherung bedeutet das:

Beispiel: Rückkaufswert der LV bei Heirat: 0 €. Rückkaufswert bei Scheidungsantrag: 40.000 €. Zugewinn aus der LV = 40.000 €. Zugewinnausgleichsanspruch des anderen Ehegatten aus diesem Posten: 20.000 €.

Wichtig: Die Lebensversicherung wird nicht automatisch ausgezahlt oder aufgelöst — sie fließt rechnerisch in den Zugewinnausgleich ein. Die Versicherung selbst bleibt zunächst bestehen.

Lebensversicherung bei Scheidung: Was gehört zum Zugewinnausgleich?

Bezugsrecht bei der Lebensversicherung: Was passiert nach der Scheidung?

Das Bezugsrecht bestimmt, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält. Viele Ehepaare tragen sich gegenseitig als Bezugsberechtigte ein — und vergessen das nach der Scheidung zu ändern.

Hier liegt ein häufiger und teurer Fehler: