Dein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) lässt sich jedes Jahr höher stellen — das bedeutet konkret: mehr Geld bleibt auf deinem Konto, das Gläubiger nicht anfassen dürfen. Der Grundfreibetrag liegt 2024 bei 1.310 Euro monatlich, für Unterhaltspflichtige sogar bei 1.963 Euro. Wenn du diesen Betrag nicht kennst oder nie erhöht hast, verlierst du Schutz, den dir das Gesetz garantiert — wir zeigen dir jetzt, wie du das in 10 Minuten selbst regeln kannst.

Warum du deinen P-Konto Freibetrag sofort überprüfen solltest

Das P-Konto existiert, um dein Existenzminimum vor Gläubigerzugriff zu bewahren. Viele Menschen wissen nicht: Der Freibetrag ist nicht automatisch optimal eingestellt. Die Bank trägt von Haus aus nur den Mindestbetrag ein — und wenn sich deine Situation ändert (mehr Kinder, Betreuungsunterhalt, neue Nebenausgaben), musst du selbst aktiv werden.

Ohne korrekte Eintragung können Gläubiger oder das Finanzamt legal Geld abheben, das dir rechtlich zusteht. Das ist nicht böse Absicht der Bank — es ist deine Aufgabe, deinen Schutz zu optimieren.

Die Beträge werden jedes Jahr angepasst — meist im Januar. Der Grund: Gesetzliche Regelung nach dem § 850c ZPO (Zivilprozessordnung), der sich am Pfändungsfreigrenzen-Anpassungsgesetz orientiert.

Warum du deinen P-Konto Freibetrag sofort überprüfen solltest

Wie du den P-Konto Freibetrag erhöhen kannst: Schritt für Schritt

Der Prozess ist einfach — erfordert aber deine Initiative. Es gibt zwei Wege:

Weg 1: Direkt bei deiner Bank beantragen (schneller)

  1. Kontakt aufnehmen: Rufe deine Hausbank an oder gehe zur Filiale. Sag: “Ich möchte meinen P-Konto Freibetrag erhöhen. Ich habe X unterhaltsberechtigte Personen / bin Unterhaltspflichtiger.”
  2. Dokumente bereithalten: Du brauchst i.d.R. Nachweise der unterhaltsberechtigten Personen (Geburtsurkunden Kinder, ggf. Beschlüsse)
  3. Unterschreiben: Die Bank gibt dir ein Formular zum Ausfüllen. Du trägst ein: Zahl der Unterhaltsberechtigten und dein monatliches Existenzminimum
  4. Abwarten: 2–5 Werktage später ist der neue Schutz aktiv

Weg 2: Über das Amtsgericht (wenn die Bank sperrt)

Manche Banken (besonders ältere Systeme) erlauben keine sofortige Erhöhung. Dann:

  1. Beantragung beim Amtsgericht: Kostenlos gemäß § 850f Abs. 2 ZPO
  2. Dokumente sammeln: Kinderabschriften (Geburtsurkunden), Unterhaltsbeschluss, ggf. Bürgergeldbe­scheid
  3. Antrag einreichen: Beim Amtsgericht schriftlich oder persönlich. Muster findest du auf der Webseite deines zuständigen Gerichts
  4. Beschluss abholen: Nach 1–2 Wochen erhältst du einen Beschluss, den du der Bank vorlegst

Unser Tipp: Nutze zuerst den Weg über die Bank — das spart Zeit und Stress. Nur wenn die Bank blockiert, geh zum Gericht.

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P-Konto Freibetrag und Bürgergeld: Das solltest du wissen

Wenn du Bürgergeld beziehst, ist der richtig eingestellte P-Konto Freibetrag überlebenswichtig. Der Jobcenter-Zuschuss ist nicht automatisch geschützt — nur das, was du selbst beim Freibetrag eintragen lässt.

Das bedeutet konkret:

Viele Bürgergeldempfänger verlieren Schutz, weil sie glauben, dass “automatisch” alles geregelt ist. Das ist ein häufiger Fehler. Sobald du Bürgergeld erhältst, solltest du aktiv deinen P-Konto Freibetrag überprüfen und anpassen.

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Besonderheit: Unterhaltspflichtige und der erhöhte Freibetrag

Wenn du Unterhalt für Kinder zahlen musst, hast du einen höheren Freibetrag — das ist die gute Nachricht. Der Grund: Das Gesetz möchte verhindern, dass dein Arbeitsverdienst komplett gepfändet wird, während du parallel Kindesunterhalt zahlst.

Die genauen Beträge für Unterhaltspflichtige (2024):

Diese Beträge sind höher als die “normalen” Freibeträge, weil das Gesetz (§ 850c Abs. 2 ZPO) anerkennt, dass eine unterhaltsleistende Person geschützt werden muss.

Praktisches Beispiel: Du verdienst 2.500 Euro netto und zahlst für ein Kind 430 Euro Unterhalt. Dein Freibetrag ist 2.351 Euro. Das bedeutet: Von deinen 2.500 Euro bleiben 2.351 Euro geschützt — nur die restlichen ~150 Euro können gepfändet werden. Ohne korrekte Eintragung könnten Gläubiger viel mehr zugreifen.

Was passiert mit Guthaben über dem Freibetrag?

Jetzt die wichtige Frage: Wenn dein Freibetrag 1.310 Euro ist und dein Kontostand 2.000 Euro, was passiert mit den 690 Euro Überschuss?

Antwort: Das kann gepfändet werden. Der Freibetrag schützt nur monatlich wiederkehrende Geldflüsse (Einkommen, Bürgergeld, Rente). Guthaben aus früheren Monaten oder einmalige Zahlungen (Steuerrückerstattung, Bonus) gehören nicht zum “monatlichen” Schutz.

Das klingt hart, ist aber wichtig zu verstehen:

Die Lösung: Wenn du systematisch sparen willst, eröffne ein zweites Konto (z.B. Sparkonto) ohne P-Konto-Status. Dort können Gläubiger zwar auch pfänden, aber es gibt dir die Flexibilität, große Guthaben strategisch zu parken.

P-Konto Freibetrag und Trennung / Scheidung: Unterhaltsrecht

In Trennungssituationen wird das P-Konto oft vergessen — ein großer Fehler. Hier musst du zwei Dinge trennen:

Wenn du Unterhalt ZAHLST (z.B. Kindesunterhalt)

Dein Freibetrag steigt wie beschrieben (1.963 Euro für dich allein, mehr mit Kindern). Das schützt dich vor anderen Gläubigern. Aber: Der Unterhaltsberechtigte hat ein Vorrangrecht — wenn du Unterhalt nicht zahlst, kann der andere Elternteil direkt auf dein Konto zugreifen, auch über dem Freibetrag.

Wenn du Unterhalt ERHÄLTST (z.B. Elternunterhalt, Ehegattenunterhalt)

Der Unterhalt ist grundsätzlich nicht pfändbar — aber nur, wenn die Zahlungsquelle dokumentiert ist. Das heißt: Wenn dein Ex-Partner Unterhalt überweist, markiere das in der Überweisungsreferenz klar als “Kindesunterhalt” oder “Ehegattenunterhalt”. Dann können Gläubiger das nicht antasten.

Wichtig: Auch wer Unterhalt erhält, sollte sein P-Konto korrekt einstellen. Unterhalt ist zwar speziell geschützt, aber alle anderen Einkünfte (Gehalt, Bürgergeld) brauchten den Standard-Freibetrag.

Häufige Fehler, die Menschen beim P-Konto Freibetrag machen

Fehler 1: Zu niedriger Freibetrag wird nicht korrigiert
Die Bank setzt oft nur den absoluten Minimum-Betrag ein. Wenn sich deine Situation ändert (neues Kind, neuer Job), wird das nicht automatisch angepasst. Resultat: Du verlierst Schutz für Geld, das dir zusteht. Lösung: Jährlich überprüfen (Januar), insbesondere nach Lebensereignissen.

Fehler 2: Guthaben über dem Freibetrag nicht verstecken
Viele Menschen bauen langsam Ersparnisse auf dem P-Konto auf und wundern sich, wenn plötzlich Gläubiger 50% davon abholen. Lösung: Nutze ein zweites Konto (auch als Tagesgeldkonto) für Rücklagen über dem Freibetrag.

Fehler 3: Falsche Angaben zu unterhaltsberechtigten Personen
Wenn du sagst “1 Kind” aber tatsächlich 2 unterhaltsberechtigte Kinder hast, ist dein Freibetrag um ~400 Euro zu niedrig. Das zahlt sich schnell aus, korrekt einzutragen. Lösung: Alle Geburtsurkunden rausholen, doppelt prüfen.

Fehler 4: Keine Anpassung nach Gesetzesänderungen
2024 erhöhte sich der Freibetrag. Ältere P-Konto-Vereinbarungen mit Gültigkeit bis 2023 wurden oft einfach weitergezogen. Lösung: Proaktiv bei der Bank nachfragen, ob die aktuellen 2024er-Beträge eingestellt sind.

Welche Bank ist beste für P-Konten? Worauf kommt es an?

Nicht alle Banken handhaben P-Konten gleich. Manche sind digitaler, manche haben besseren Support. Was du wirklich brauchst:

Der Wechsel ist kostenlos und einfach — wenn du unzufrieden mit deiner aktuellen Bank bist, ist ein P-Konto-Wechsel eine legale Strategieoptionen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der P-Konto Freibetrag 2024 für eine Person mit einem Kind?

Der Freibetrag für eine Person mit einem unterhaltsberechtigten Kind liegt 2024 bei 1.748 Euro monatlich (§ 850c Abs. 1 ZPO). Dieser Betrag erhöht sich jeden Januar automatisch nach der gesetzlichen Anpassungsformel.

Kann ich meinen P-Konto Freibetrag erhöhen, wenn meine Situation sich ändert?

Ja, absolut. Du kannst jederzeit einen neuen Antrag bei deiner Bank stellen, wenn sich deine Unterhaltsberechtigungen ändern (neues Kind, Kostenerhoehung). Die Bank muss dich kostenlos erhöhen. Falls deine Bank blockiert, kannst du ein kostenloses Antrag beim Amtsgericht stellen.

Was passiert mit Geld auf meinem P-Konto, das über dem Freibetrag liegt?

Guthaben über dem monatlichen Freibetrag kann von Gläubigern gepfändet werden. Nur der monatliche Freibetrag ist geschützt. Tipp: Verschiebe regelmäßig Ersparnisse auf ein zweites Konto, um sie zu schützen.

Muss ich Bürgergeld in meinen P-Konto Freibetrag einrechnen?

Ja, unbedingt. Dein Bürgergeldgeldes zählt zu deinem Einkommen und muss im Freibetrag berücksichtigt sein. Der Jobcenter teilt das der Bank nicht automatisch mit — du musst das selbst angeben. Das ist ein häufiger Fehler von Bürgeldempfängern.

Habe ich als Unterhaltspflichtiger einen höheren Freibetrag?

Ja. Wenn du Unterhalt zahlst, beträgt dein Freibetrag mindestens 1.963 Euro monatlich (allein), steigt aber mit unterhaltsberechtigten Kindern auf bis zu 2.730 Euro (bei 2 Kindern). Das Gesetz schützt dich, um Überschuldung zu verhindern.

Wie lange dauert es, bis der erhöhte P-Konto Freibetrag aktiv ist?

Bei der Bank direkt: meist 2–5 Werktage. Über das Amtsgericht: 1–2 Wochen plus Übermittlung an die Bank. Der direkte Weg über die Bank ist deutlich schneller und kostenlos — probiere das zuerst.